Nach­weis­metho­den: Pros, Cons, Per­spek­tiven

P. Scheid, L. Zöller

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Tests zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion dienen nicht nur der individuellen Diagnosestellung als Voraussetzung für adäquate medizinische Behandlungsmaßnahmen, sondern haben darüber hinaus eine zentrale strategische Bedeutung im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wichtig ist es dabei, Infizierte so früh wie möglich im Infektionsverlauf zu erkennen, um durch entsprechende Maßnahmen von ihnen ausgehende Infektketten zu verhindern. Da Infizierte schon bevor sie manifeste Krankheitssymptome entwickeln und ebenso Infizierte, die keine oder nur geringe Symptome ausprägen, das Virus übertragen können, kann die Indikation für die Durchführung eines Tests nicht ausschließlich von Erkrankungssymptomen abhängig gemacht werden. Wenn jeder Virusträger frühzeitig erkannt und unter Quarantäne gestellt würde, könnte die Pandemie eingedämmt, im besten Fall sogar gestoppt werden – soweit die Theorie. Das wäre – ebenfalls theoretisch – nur möglich, wenn alle noch nicht infizierten Menschen regelmäßig einem Test unterzogen würden, der zumindest Personen, die eine höhere Viruslast ausscheiden, erkennen würde. Technisch wäre das durchaus möglich, logistisch stellt dies jedoch eine enorme Herausforderung dar. Insbesondere Antigen-Schnelltests, die auch zur „Selbsttestung“ zur Verfügung stehen, können hierzu beitragen. Grundsätzlich spielt die Diagnostik von SARS-CoV-2 zweifelsohne eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Pandemie, weswegen wir die  verschiedenen Verfahren, ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Einsatzmöglichkeiten kurz beschreiben.

Labortestst  zum Nachweis der verschiedenen Virusvarianten, die im Hinblick auf die Ansteckungsfähigkeit oder die Erfassung durch Impfantikörper relevant sein können, stehen zur Verfügung. Während die Ausbreitung von Mutanten grundsätzlich durch das Sequenzieren der Virusgenome erfasst wird, stellen die mittlerweile verfügbaren sogenannten „Target-PCR“ Tests Labor-Nachweisverfahren für aktive Infektionen mit bestimmten „Schlüsselmutationen“ (VoC: Variants of Concern) dar.