Der Huanan-Markt für Meeres­früchte in Wuhan

L. Zöller

Der Markt in Wuhan © Pexels Markus WinklerAuf diesem Markt wird weit mehr verkauft als nur Meeresfrüchte: Ratten, Füchse, Krokodile, Wolfswelpen, Riesensalamander, Schlangen, Pfaue und Kamelfleisch werden angeboten. Sogar Zibet-Katzen (Schleichkatzen) sind zu bekommen, von denen in den Jahren 2002/2003 das SARS-Coronavirus ausgegangen war. Die chinesische Esskultur ist bekannt dafür, dass ziemlich alle Lebewesen auf die Speisekarte kommen können, die vier Beine haben, schwimmen oder fliegen. Auch Fledertiere gehören dazu.

Der Markt kam als Ausgangsort der COVID-19-Pandemie in die Diskussion, als im Januar 2020 erstmals über den Nachweis eines neuen Coronavirus bei vier Patienten berichtet wurde, die im Dezember 2019 an einer Pneumonie unbekannter Ursache erkrankt waren und die allesamt diesen Markt besucht hatten. Obgleich bei einer weiteren, kurz darauf veröffentlichten Serie von 41 Patienten nur 27 einen direkten Bezug zum Huanan Markt aufwiesen, wird seither davon ausgegangen, dass sich die Quelle auf diesem Markt befunden haben muss.

Das chinesische Center for Disease Control (CCDC) fand in 33 von 585 an verschiedenen Stellen des Marktes genommenen Proben dem Markt eine Evidenz für die Präsenz des Virus, unter anderem an Wildfleisch-Ständen. Da auf dem Markt keine Fledertiere verkauft wurden, in Wuhan kaum Fledertiere vorkommen, und diese sich überdies im Dezember im Winterschlaf befinden, wurde vermutet, dass ein Zwischenwirt, zum Beispiel ein Schuppentier (Pangolin), die Übertragung auf den Menschen bewirkt haben könnte. In der Annahme, dass es sich vermutlich um ein Wildtier gehandelt habe, wurde in China der Genuss von Wildtierfleisch verboten.