SARS-CoV-2 bei Hunden

Hunde © Pexels Chevanon Photography

Ein 17 Jahre alter Spitz und ein zweieinhalb Jahre alter Deutscher Schäferhund wurden Anfang März 2020 in Hongkong positiv auf SARS-CoV-2 getestet, nachdem ihr Halter an COVID-19 erkrankt war. Bei beiden Hunden lagen keine typischen COVID-19-ähnlichen Symptome vor. Ende April 2020 infizierte sich in North Carolina (USA) der Mops „Winston“ mit SATS-CoV-2. Etwa zeitgleich wurden bei einem Hund (8 Jahre alte amerikanische Bulldogge) in den Niederlanden Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen. Es konnte in diesem Fall keine Verbindung zu den Infektionen in den holländischen Nerzfarmen nachgewiesen werden. Der Hundehalter war jedoch zuvor an COVID-19 erkrankt. Der Hund hatte respiratorische Probleme und wurde am 30.04.2020 aufgrund der sich verschlechternden Symptomatik eingeschläfert. Am 02.06.2020 folgte die Meldung aus New York (Staten Island, USA), dass ein Deutscher Schäferhund positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Das Tier zeigte zwar respiratorische Symptome, hatte aber vermutlich auch ein Lymphom. Der Schäferhund verstarb Ende Juli 2020. Im Juni 2020 wurde eine SARS-CoV-2 Infektion bei einem Hund in Dänemark diagnostiziert. Die entsprechende Untersuchung erfolgte im Zusammenhang mit den Surveillance-Untersuchungen auf dänischen Nerzfarmen. Auch in Dänemark wurden Hundehalter sowie Halter von anderen Haustieren durch die offiziellen Stellen aufgefordert für ihre vierbeinigen Schützlinge ähnliche Präventionsmaßnahmen einzuhalten, wie sie auch für Menschen gelten. In Georgia (USA) wurde Anfang Juli 2020 ein Hund positiv auf SARS-CoV-2 getestet, der jedoch keine respiratorischen Symptome aufwies. Es zeigten sich aber plötzlich auftretende neurologische Symptome bei dem Tier. Die Symptomatik verstärkte sich im Laufe von einigen Tagen. Der Hund wurde schließlich eingeschläfert. Die progressive neurologische Erkrankung soll jedoch eine andere Ursache gehabt haben. Die Halter des 6 Jahre alten Mischlings waren zuvor ebenfalls positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. In der gleichen Meldung war von einem zweiten SARS-CoV-2-positiv getesteten Hund in Georgia die Rede. In Charleston County (South Carolina, USA) wurde Mitte Juli 2020 ein Hund positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Es handelte sich um einen 8-9 Jahre alten Schäferhund-Mischling. Der Halter war zuvor ebenfalls an COVID-19 erkrankt. Der Hund litt bereits an chronischen Krankheiten und wurde aufgrund dieser Erkrankungen auch eingeschläfert. Am 04.08.2020 meldete Louisiana (USA) den ersten Fall eines infizierten Hundes in diesem US-Bundesstaat. In North Carolina (USA) ist am 11.08.2020 ein Hund an einer SARS-CoV-2-Infektion erkrankt. Der Halter hatte ihn aufgrund einer respiratorischen Symptomatik noch zum Tierarzt gebracht. Laut Mitteilung des Tierhalters wurde der Hund wohl schon vorher positiv getestet. Er hatte sich jedoch bereits wieder völlig erholt. Nun fiel der Test erneut positiv aus. Der Hund ist verstorben. Am 25.09.2020 wurde berichtet, dass auch in Japan (Tokio) bereits im Juli 2020 vier Hunde mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Keiner der Hunde zeigte eine entsprechende Symptomatik. Auch bei diesen Fällen gehen die Behörden von einer Mensch zu Tier-Übertragung aus. Am 10.11.2020 wurde ein anderthalb Jahre alter Pudel in Süditalien (Apulien) positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Er zeigte keinerlei Symptomatik. Der Halter wurde jedoch ebenfalls positiv getestet (https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.3.2000045.  Am 27.11.2020 wurde in China von einem SARS-CoV-2-Nachweis bei einem Hund berichtet. Auch in diesem Fall soll ein infizierter Halter Ausgangspunkt der Infektion gewesen sein. Der Hund zeigte keinerlei Symptomatik. Am 13.12.2020 meldeten die Behörden in Pennsylvania (USA) einen positiv getesteten Hund, am 03.12.2020 die Behörden aus Kansas (USA). Auch in diesen Fällen lebten die Hunde in einem Haushalt mit positiv getesteten Haltern. Am 21.12.2020 wurde ein Hund in Florida SARS-CoV-2 positiv getestet. Auch hier war zuvor der Halter nachweislich an Covid-19 erkrankt. Der mit einer respiratorischen Problematik bereits vorbelastete Hund zeigte zwar eine Symptomatik, erholte sich jedoch schnell. Ein zweiter Hund im gleichen Haushalt blieb asymptomatisch. Am 03.02.2021 wurde in Bosnien und Herzegowina ein Hund positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Die Ansteckung erfolgte über Familienmitglieder, bei denen bereits zuvor SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde. In Argentinien (Santiago del Estero) wurde im Januar 2021 mehrere Hunde positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Die Untersuchung erfolgte im Zusammenhang mit der COVID-19 Infektion des jeweiligen Halters. Die Tiere zeigten keine Symptomatik. In einem weiteren Fall in Banda (ebenfalls Santiago del Estero) wurden gleich 14 Katzen und 2 Hunde positiv getestet. Die Tiere zeigten keinerlei Symptome. In allen Fällen konnte der Kontakt mit Personen bestätigt werden, die an COVID-19 erkrankt waren. Am 09.02.2021 folgte eine Meldung aus Hong Kong (Yuen Long District) über einen SARS-CoV-2 positiv getesteten Hund. Die Untersuchung erfolgte auch in diesem Fall, weil der Halter an COVID-19 erkrankt war. Das Tier zeigte keinerlei klinische Symptome.

Am 15.03.2021 wurde die britische Variante B.1.1.7 auch bei einem Hund und einer Katze mittels „whole genome sequencing“ bestätigt. Beide Tiere leben im gleichen Haushalt eines zuvor als SARS-CoV-2 positiv bestätigten Halters in Texas. Bei dem Hund handelt es sich um einen schwarzen Labradormischling, bei der Katze um eine gewöhnliche Kurzhaar-Hauskatze. Die Tiere zeigten bis auf ein gelegentliches Niesen keine weiteren Symptome. Beide Haustiere sind wieder vollständig genesen.

Fazit: Nach derzeitigem Stand finden sich also durchaus Nachweise von SARS-CoV-2 Infektionen (inklusive der Variante B.1.1.7) bei Hunden (https://www.eurekalert.org/pub_releases/2020-09/esoc-sss091720.php). Es handelt sich jedoch um Einzelfälle. In allen Fällen waren die Hunde von ihren Haltern angesteckt worden (Reverse Zoonose). Der Einfluss auf das Infektionsgeschehen bei der Pandemie ist aber als gering einzustufen. Präventionsmaßnahmen wie unten beschrieben sind dennoch indiziert, um die Übertragung vom Menschen auf die Hunde sowie von den Hunden auf die Menschen zu vermeiden.