Strategien der Eindämmung

L. Zöller, P. Scheid

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Die weltweite COVID-19-Pandemie ist in vollem Gange, und durch die besonderen Eigenschaften des verursachenden Virus SARS-CoV-2 stellt sie das öffentliche Gesundheitswesen vor besondere Herausforderungen.

Hatte man bei dem SARS-Erreger von 2002/3 noch „Glück“, indem sich der Ausbruch durch stringente antiepidemische Maßnahmen vergleichsweise schnell eindämmen ließ, steht bei SARS-CoV-2 inzwischen fest, dass die Pandemie wohl nur durch den Einsatz eines Impfstoffs zu beenden ist.

Bis dahin muss alles unternommen werden, um den Verlauf zu mitigieren, d.h. abzumildern. Das bedeutet in diesem Fall, so viele intensivbehandlungspflichtige Fälle wie möglich zu vermeiden und eine Überlastung der Krankenhauskapazitäten zu verhindern. Da SARS-CoV-2 auch durch asymptomatische oder noch nicht symptomatische Virusausscheider übertragen wird, reicht die Identifizierung und Isolierung symptomatisch Erkrankter als Eindämmungsmaßnahme nicht aus. Vielmehr sind die antiepidemischen Maßnahmen darauf auszurichten, auch der Virusübertragung durch nicht identifizierte Virusausscheider entgegenzuwirken. Die Palette der Interventionsmöglichkeiten reicht dabei von der Vermeidung von Risikokontakten (Kontaktbeschränkungen, Schließung von gefährdeten Einrichtungen, Lockdown) über physikalische Barrieren (Mund-/Nasenschutze, raumlufttechnische Anlagen) und persönliche Schutzmaßnahmen (Händedesinfektion, Abstandsregeln) bis hin zu Desinfektionsmaßnahmen in gefährdeten Bereichen (Raumluft, Kontaktflächen).